05
2019

IAB bei Firmenfahrzeugen

 

Kurz die Basics: Ein schöner Nebeneffekt des Unternehmertums ist, dass man einen Firmenwagen mit entsprechender Versteuerung auch privat nutzen kann.

In einem Fall vor dem BFH ging es um die Bildung von Ansparabschreibungen für mehrere hochpreisige Pkw, darunter ein Sportwagen für 450.000 €.

Nachdem das Finanzamt die Bildung der Ansparabschreibung – so die ehemalige Bezeichnung für den heutigen Investitionsabzugsbetrag –für dieses Fahrzeug versagte, zog die betroffene Unternehmerin daraufhin bis vor den BFH.

 

Der BFH gewährte die Begünstigung zwar auch nicht, traf aber einige interessante Feststellungen zur Angemessenheit von Firmenwagen:

  • – Generell gilt ein Abzugsverbot, wenn vermeintlich betrieblich veranlasste Aufwendungen, wie ein überdimensionierter Firmenwagen, tatsächlich durch die private Lebensführung veranlasst sind.
  • – Der Abzug von Aufwendungen könne auch dann ausgeschlossen sein, wenn diese durch die persönlichen Motive des Steuerpflichtigen mitveranlasst. Dabei könne daneben durchaus auch eine betriebliche Veranlassung der Aufwendungen gegeben sein.

 

Aus Sicht des BFH kommt es bei der Frage nach der Angemessenheit eines Repräsentationsaufwands (etwa für einen schicken Firmenwagen) immer auf den Einzelfall an.

Entscheidend sei dabei, ob aufgrund des erhöhten Aufwands tatsächlich betriebliche Vorteile denkbar sind. Umstände, die bei der Prüfung eine Rolle spielen können, sind laut BFH zum Beispiel die Größe des Unternehmens sowie die Höhe des längerfristigen Umsatzes und Gewinns, die Üblichkeit des Repräsentationsaufwands im Vergleich zu anderen Betrieben sowie private Interessen des Unternehmers.

 


Hinweise:

Ein Auto der oberen Mittelklasse dürfte als Firmenwagen wohl völlig unproblematisch sein. Je teurer und exotischer das Fahrzeug aber wird, umso kritischer muss hinterfragt werden, ob es zum Image des Unternehmens passt oder ob es unangemessen ist.

Die Entscheidung des BFH erging zwar zur Sachlage nach altem Recht. Die Grundsätze des Urteils lassen sich aber auch auf die Nachfolgeregelung, also den Investitionsabzugsbetrag, übertragen.

 


Weitere Hinweise zum Investitionsabzugsbetrag im nächsten BLOG

Antje Bricusse-Gerdes

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